Texte


Während meines Studiums der Kunstwissenschaft habe ich mich theoretisch mit der Fotografie auseinandergesetzt. Die folgenden Zusammenfassungen stellen einen Überblick zu den Themen dar, mit denen ich mich bisher beschäftigt habe.

Formen der Intimität. Das fotografische Werk „Die Ballade von der sexuellen Abhängigkeit“ von Nan Goldin (2013)

Nan Goldin berührt uns mit ihren Fotografien auf besondere Weise, indem sie durch ihren fotografischen Blick eine familiäre Beziehung zu den abgebildeten Personen aufbaut. Sie steht für eine persönliche und intime Fotografie, die das Leben der Künstlerin zur Kunst erhebt. Aber was bedeutet „intim“ im künstlerischen Werk von Nan Goldin, die sich selbst sowie ihre Freunde und Freundinnen in die Öffentlichkeit stellt und damit einen Gegensatz zur Privatheit des Alltags herstellt?

Philip Henry Delamottes Fotografie des Medieval Court im Crystal Palace in Sydenham, London (2015)

In dem vorliegenden fiktiven Katalogbeitrag stelle ich eine Fotografie des britischen Illustratoren, Künstlers und Fotografen Philip Henry Delamotte (1820-1889) vor, die einen Ausschnitt des Medieval Court im zweiten Crystal Palace im Londoner Stadtteil Sydenham um 1859 zeigt.

Totenfotografie im 19. Jahrhundert (2015)

Alles, was mit dem als unangenehm empfunden Thema Tod zu tun hat, wird ins Krankenhaus oder Altersheim verlegt und Bestattungsunternehmen anvertraut. Menschen, die nicht im Bestattungswesen, der Medizin oder bei der Polizei arbeiten, können ein langes Leben verbringen, ohne je eine Leiche gesehen oder gar berührt zu haben. Im 19. Jahrhundert war das ganz anders: Der Tod wurde nicht wegrationalisiert, sondern stellte einen Bestandteil des Alltagslebens dar. Erkennen können wir diesen Unterschied, indem wir Leichenportraits im familiären Umfeld aus dem 19. Jahrhundert betrachten und in einen historischen Kontext stellen.

Zur ornamentalen Wirkung von Karl Blossfeldts Pflanzenfotografien (2015)

Karl Blossfeldt (1865-1932), ehemaliger Professor an der Vorläuferinstitution der heutigen Universität der Künste Berlin, erlangte in den 1920er Jahren quasi über Nacht durch sein 120 Pflanzenfotografien umfassendes Fotobuch „Urformen der Kunst“ internationale Bekanntheit. Damals wie heute begeistern die Betrachtenden die ornamentale Wirkung der Pflanzenabbildungen.

Carlo Naya (1816-1882): Fotografien der Nacht um 1870 (2016)

Im 19. Jahrhundert war es aus technischen Gründen noch nicht möglich, Nachtaufnahmen herzustellen. Trotzdem sind aus der damaligen Zeit Fotografien der Nacht bekannt. Am Beispiel einer Fotografie von Carlo Naya (1816-1882) zeige ich, wie und warum Naya aus einer Tag- eine Nachtaufnahme machte.

Vielfältiger geht’s kaum! Berenice Abbotts Fotografien im Martin-Gropius-Bau Berlin (2016)

In dieser Ausstellungskritik beschreibe ich einen Besuch im Martin-Gropius-Bau Berlin, bei dem ich die etwa 80 Schwarzweißfotografien der us-amerikanischen Fotopionierin Berenice Abbott (1898-1991) gesehen habe.

Das fotografisch illustrierte Buch Ruined Abbeys and Castles of Great Britain (1862) von William und Mary Howitt (2016)

Ziel dieser Arbeit ist es, aus kunsthistorischer Perspektive einen ersten Einblick in das 1862 erschienene Buch „Ruined Abbeys and Castles of Great Britain“ sowie in seine Entstehungszeit zu geben. Im ersten Teil steht daher das kunsthistorische Erfassen des Buches im Vordergrund. Der zweite Teil widmet sich der Analyse der Bild-Text-Verbindung und setzt die Befunde in den historischen Kontext der Ruinenbegeisterung in Großbritannien im 19. Jahrhundert.

Fotografie und Kunstmarkt. Die Etablierung der Marke Bernd und Hilla Becher (2017)

Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruf, Thomas Struth und weitere Studierende der Düsseldorfer Kunstakademie stehen im Zentrum der sogenannten „Becher-Schule“. Diese Bezeichnung kursiert in der internationalen Kunstkritik und im Kunsthandel seit den 1990er Jahren und gilt seitdem als ein Garant für ausgezeichnete Fotografie. Am Ursprung dieser Marke befinden sich Bernd und Hilla Becher, die für eine kontinuierliche und systematische Aufnahmeweise von Industriegebäuden und deren Zusammenstellung in thematisch sortierten Typologien bekannt geworden sind. In diesem Text widme ich mich den Fragen, wie es die Bechers geschafft haben, sich auf dem Kunstmarkt für Fotografie – insbesondere in Westdeutschland ab den 1960er Jahren – zu etablieren, und wie es dazu kam, dass sie als Ausgangspunkt für das Phänomen „Becher-Schule“, das heute als Synonym für enorme Preise am Kunstmarkt gilt, wahrgenommen werden.